Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: vergriffenVerlag: Cross Cult
Seiten: 384
Format: Ebook
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 01.12.2022
Ein uralter Schrecken tief im Dschungel des Amazonas spinnt ein Netz von Albträumen, um die Seelen von Abenteurern und Forschern zu umgarnen.
Als Andy van Nortwick, Reporter des Arkham Advertiser, mit der Post eine mysteriöse Filmrolle erhält, auf der eine einfache Notiz steht: »Maude Brion ist sehr lebendig!«, begibt er sich auf eine Reise, die ihn an den Rand des Wahnsinns führen wird. Brion, die berühmte Schauspielerin und Filmregisseurin, verschwand vor einem Jahr auf einer verunglückten Expedition in den Amazonas-Regenwald, um die Legende der Spinnenkönigin zu erforschen. Aufgestachelt durch die Aussicht auf seinen großen Durchbruch beschafft Nortwick die Mittel, um eine Rettungsmission zu starten. Er stellt ein Team von Forschern und einem begeisterten Völkerkundler zusammen, um Brion zurückzubringen und sich einen Namen zu machen. Doch tief im Dschungel des Amazonas verschwimmen die Grenzen zwischen unerschrockenen Abenteurern, Träumern und wahnsinnigen Fanatikern in einem Netz des Schreckens.
Mit dem Arkham-Horror-Universum bin ich bisher ausschließlich durch die Spiele in Berührung gekommen, die ich sehr gerne mag. Umso gespannter war ich darauf, wie sich diese Welt als Roman anfühlen würde. Tatsächlich war genau das für mich eine der großen Stärken von „Der Kult der Spinnenkönigin“. Ich musste mich überhaupt nicht erst lange in die Welt einfinden, sondern hatte ziemlich schnell dieses vertraute Arkham-Horror-Gefühl. Die grundsätzliche Stimmung und natürlich das Übernatürliche fühlten sich für mich direkt vertraut an. Gleichzeitig hatte ich nicht den Eindruck, einfach nur eine Geschichte zu einem Spiel zu lesen. Der Roman funktioniert als eigenes Abenteuer innerhalb dieser Welt.
Besonders gut gefallen hat mir der Einstieg über die mysteriöse Filmrolle und die anschließende Recherche. Andy bekommt schließlich nicht sofort sämtliche Antworten präsentiert, sondern muss erst einmal herausfinden, was mit Maude Brion geschehen sein könnte und was hinter der Nachricht steckt. Diese Nachforschungen haben für mich sehr gut zu Arkham Horror gepasst. Schließlich gehört es auch in den Spielen dazu, Hinweisen nachzugehen und Stück für Stück festzustellen, dass hinter einer zunächst vielleicht noch halbwegs rational erklärbaren Sache etwas sehr viel Größeres und Unheimlicheres steckt.
Statt klassischem Arkham-Setting bekommen wir Expedition, Dschungel und Abenteuer. Und gerade das hat mir überraschend gut gefallen. Die Atmosphäre funktioniert für mich wirklich gut und der Dschungel bietet eine tolle Kulisse für die Geschichte. Je weiter die Gruppe vordringt, desto stärker entsteht dieses Gefühl, dass sie sich immer weiter von der bekannten und sicheren Welt entfernt.
Dabei musste ich mehrfach an Indiana Jones denken. Expeditionen, alte Legenden, geheimnisvolle Orte und die Suche nach etwas: Diese Abenteuerstimmung ist definitiv vorhanden. Nur wartet hier eben keine klassische archäologische Entdeckung am Ende des Weges, sondern das Ganze wird mit dem Mythos und dem Wahnsinn des Arkham-Horror-Universums vermischt. Für mich war „Der Kult der Spinnenkönigin“ deshalb stellenweise fast mehr Abenteuerroman mit Mystery- und Horrorelementen.
Wer allerdings auf richtig heftigen Horror hofft, könnte dadurch etwas enttäuscht werden. Ich persönlich fand das Buch nicht besonders gruselig. Es gibt unheimliche und bedrohliche Momente und natürlich wird die Geschichte zunehmend düsterer, aber wirklichen Grusel oder dieses unangenehme Gefühl, das guter Horror bei mir auslösen kann, hatte ich nur selten. Gerade aus dem Arkham-Horror-Franchise kenne ich deutlich härtere und unheimlichere Geschichten. Die Spinnenkönigin hätte für meinen Geschmack deshalb ruhig noch etwas mehr Schrecken verbreiten dürfen.
Gestört hat mich das allerdings überhaupt nicht, weil für mich das Abenteuer im Vordergrund stand. Die Mischung aus Recherche, Expedition und übernatürlichen Ereignissen hat einfach Spaß gemacht. Besonders als jemand, der Arkham Horror bereits kennt, gab es immer wieder diese kleinen Momente des Wiedererkennens. Man weiß als Leser natürlich auch, dass es vermutlich keine besonders gute Idee ist, einer mysteriösen Spur hinterherzureisen, aber genau darin liegt schließlich der Reiz dieser Welt.
Insgesamt hat mir deshalb vor allem gefallen, wie selbstverständlich sich die Geschichte in das bekannte Universum einfügt und gleichzeitig einen Schauplatz wählt, der sich deutlich von Arkham selbst unterscheidet. Ich hatte beim Lesen tatsächlich das Gefühl, eines der Abenteuer aus den Spielen einmal aus einer ganz anderen Perspektive mitzuerleben. Nicht alles war für mich gleichermaßen spannend und beim Horror hätte S. A. Sidor durchaus noch eine Schippe drauflegen dürfen, aber Atmosphäre, Recherche und insbesondere das Amazonas-Setting konnten das für mich gut auffangen.
3 / 5 Sternen
Klappentext und Bild von www.cross-cult.de
