Freitag, 31. Juli 2026

Carl's Doomsday Scenario - Matt Dinniman

 

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar

Preis: € 18,00 [D] 
Verlag: FISCHER Tor
Seiten: 448
Format: Paperback
Altersempfehlung: erwachsenes Publikum
Reihe: Band 2
Erscheinungsdatum: 24.06.2026


Neues Achievement! Du hast es bis Band 2 geschafft. Herzlichen Glückwunsch, du Nerd! Belohnung: eine Stadt in Ruinen. Und Killerclowns. Und Explosionen. Im zweiten Teil der legendären LitRPG-Fantasyserie um Carl und Princess Donut bleibt kein Stein auf dem anderen.

Die Trainingsphase ist abgeschlossen. Jetzt können die Spiele endlich beginnen. Die Bewertungen und Zuschauerzahlen schießen in die Höhe. Die Fans können gar nicht genug bekommen. Und der Dungeon wird von Tag zu Tag gefährlicher. Carl und Prinzessin Donut müssen härter denn je ums Überleben kämpfen, um nicht von den fiesen Moves der Dungeon-KI überrascht zu werden.

Das Level: die Oberstadt. Eine weitläufige, einst blühende Metropole, die von einer mysteriösen Katastrophe verwüstet wurde. Aber die Straßen sind alles andere als verlassen. Ein Zirkus mit Untoten durchstreift die Ruinen. Und ein uralter Zauber enthüllt sein dunkles Geheimnis, gerade als den Crawlern alles um die Ohren fliegt.

Außerdem hat Carl immer noch keine Hose.


Das Cover führt den auffälligen Stil des ersten Bandes konsequent fort. Wieder dominieren Gelb, Pink und Schwarz, wodurch das Buch sofort als Teil der Reihe zu erkennen ist. Die Farben stechen kräftig ins Auge und passen hervorragend zum lauten, chaotischen und explosiven Inhalt. Gleichzeitig unterscheidet sich die Anordnung deutlich genug vom ersten Band, sodass die Bücher trotz ihres einheitlichen Designs nicht gleich aussehen. Im Regal werden die weiteren Bände sicher ein sehr stimmiges und auffälliges Gesamtbild ergeben.

Carl, Donut und Mongo finden sich ebenfalls auf dem Cover wieder, werden von der riesigen Schrift und den Explosionen aber beinahe verschluckt. Das passt erstaunlich gut zur Geschichte, in der die Figuren ebenfalls ständig von einem noch größeren Chaos umgeben sind.

Die Innengestaltung bleibt dem ersten Band treu. Systemmeldungen und andere Spielelemente heben sich durch Einrückungen, Fettdruck und eine eigene Schriftart deutlich vom Fließtext ab. Dadurch lassen sich die vielen Informationen schnell erfassen, ohne dass sie den Lesefluss unnötig unterbrechen. Auch in diesem Band gibt es wieder einige schwarz-weiße Illustrationen, die einzelne Abschnitte auflockern.


Ich habe dieses Buch in einem Schwung an einem einzigen Tag durchgelesen. Das ist mir schon sehr lange nicht mehr passiert und sagt vermutlich alles darüber aus, wie gut mich dieser zweite Band unterhalten hat.

Zu Beginn geht es zunächst etwas ruhiger zu. Carl und Donut müssen ihre Ethnie und ihre Klasse auswählen, was sich für mich ein kleines bisschen gezogen hat. Trotzdem fand ich diesen Abschnitt interessant, denn hier wird schließlich der Grundstein für ihre weitere Entwicklung gelegt. Zumindest gehe ich davon aus, dass sie ihre Entscheidungen nun für den Rest der Reihe begleiten werden, solange nicht irgendwann ein völlig absurder Klassenwechselbonus auftaucht. Bei diesem Dungeon würde mich allerdings auch das nicht mehr überraschen.

Auch mit Mongo freunde ich mich immer mehr an. Aus „Verdammt noch mal, Donut“ wird inzwischen regelmäßig „Verdammt noch mal, Mongo“. Carl hat nun also gleich zwei Gruppenmitglieder, die ihn zuverlässig in den Wahnsinn treiben können. Trotzdem merkt man immer deutlicher, wie sehr ihm Donut und Mongo ans Herz gewachsen sind.

Nach der ruhigeren Auswahlphase kommt schnell die harte Realität des Dungeons zurück. Bunt, gewalttätig, vollkommen verrückt und dabei durchgehend unterhaltsam. So darf es gerne weitergehen. Gleichzeitig gelingt es Matt Dinniman erneut, zwischen den absurden Kämpfen auch ernstere und emotionale Momente unterzubringen. Nicht nur spannend, sondern überraschend berührend. 

Natürlich darf auch ein neuer vollkommen absurder Gegenstand nicht fehlen. Die magische BigBoi-Boxershort wird uns vermutlich noch eine ganze Weile begleiten. Eine Hose hat Carl zwar weiterhin nicht, aber immerhin entwickelt sich seine Unterwäsche weiter.

Mit der Einführung von Quests greift das Buch wieder einen Elementaren Inhalt der Computerspiele auf. Gut gelöst und spannend! Carl kann es natürlich nicht lassen, sich sofort in die Probleme anderer einzumischen. Sein Helfersyndrom schlägt wieder mit voller Kraft zu. Besonders lustig finde ich, dass seine Begleiter ihn inzwischen gut genug kennen, um genau damit zu rechnen.

Carl macht sich gleichzeitig durch sein Verhalten zunehmend mächtige Feinde. Gleichzeitig kann und will er nicht einfach so tun, als wäre alles in Ordnung. Damit provoziert er bewusst weiteren Ärger, auch wenn er dessen Folgen noch nicht vollständig überblicken kann. Es baut sich deutlich etwas Größeres auf, das weit über die einzelnen Ebenen und Monster hinausgeht.

Der letzte Abschnitt rundet das Buch sehr gut ab. Dabei erfahren wir endlich, woher der Titel des Buches stammt. Wenn ihr das auch wissen wollt, müsst ihr das Buch wohl lesen. ;) 

Auch die Infos am Ende des Buches werfen neue Fragen auf. Besonders ein Hinweis ist echt heftig in meinen Augen. Die Dungeon Crawler werden immer gefährlicher, wodurch sich das Spiel für die kommenden Ebenen massiv verändern dürfte. Carl und Donut müssen sich bald nicht mehr nur vor Monstern und der Dungeon-KI in Acht nehmen, sondern zunehmend auch vor anderen Teilnehmern und den Mächten außerhalb des Dungeons.


 Carl’s Doomsday Scenario steht dem ersten Band in nichts nach. Die Welt wird größer, die Gefahren werden ernster und hinter dem eigentlichen Dungeon zeichnen sich immer deutlichere politische Intrigen und Machtkämpfe ab. Trotzdem bleibt die Geschichte herrlich absurd, schnell und explosiv.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Carl, Donut und Mongo immer stärker zu einer kleinen Familie zusammenwachsen. Zwischen Killerclowns, magischer Unterwäsche und gewaltigen Explosionen findet das Buch überraschend emotionale Momente, ohne seinen Humor zu verlieren.

Nach dem Ende möchte ich am liebsten sofort auf die nächste Ebene weiterziehen. Das verspricht jedenfalls noch jede Menge Ärger. Ich kann es kaum erwarten. 

5 von 5 Sternen

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Klappentext und Bild von Fischer

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