Samstag, 22. Juli 2017

Schicksalsbringer - Fortunas Vermächtnis - Stefanie Hasse



Schicksalsbringer - Fortunas Vermächtnis ist das eShort-Prequel zu Stefanie Hasses neuer romantischer Fantasy-Geschichte über die Macht des Schicksals und der Liebe.

Simone betrachtet das neue Gemälde im Atelier und kann es kaum fassen: Endlich hat ihre Mutter Elodie Erfolg mit den eigenen Bildern! Doch während Elodie die Glückssträhne in vollen Zügen auskostet, bleibt Simone skeptisch. Woher kommt das plötzliche Interesse an den Bildern? Könnte all das mit Elodies rätselhaftem neuen Freund zusammenhängen? Simone jedenfalls traut dem Mann nicht ...


Das dicke rote Banner stört mich etwas, es steht im starken Kontrast zum weich gezeichneten Hintergrund des Covers. Der Rest des Covers gefällt mir sehr gut! Es ist verträumt und mystisch angehaucht mit dem Symbol der Münze.


Ich habe die Geschichte am Wochenende vor Veröffentlichung des Romans "Schicksalsbringer" zur Einstimmung gelesen. Es hat gerade mal zwei Seiten gebraucht, und schon war ich im Geschehen gefangen. Wie macht Stefanie das nur? Ihr Schreibstil ist wirklich magisch. Sie streut gekonnt Details über die Umgebung ein, sodass es nicht übertrieben ankommt, sondern einen guten Eindruck vermittelt und man sich alles super vorstellen kann.

Es geht in dieser Kurzgeschichte um Simone und ihre Mutter Elodie Morèl. Diese ist bisher als Künstlerin nicht erfolgreich gewesen, was sich jedoch nach einer Verletzung und der Begegnung mit Martin du Bonheur schlagartig ändert.

Das Prequel zum Roman hat mir sehr, sehr gut gefallen! Ich finde es richtig gemein, dass ich jetzt nicht direkt mit dem eigentlichen Roman weitermachen kann. Es ist alles so spannend und mysteriös! Ich habe so viele Vermutungen und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.


Stefanie hat es geschafft und hat mich mit dieser Kurzgeschichte so überzeugt, dass ich ihr Buch direkt kaufen und lesen muss! Meistens beeinflussen mich Leseproben und Prequels nicht so stark, doch dieses hier ist so gut geschrieben, dass ich es garnicht mehr erwarten kann das komplette Buch in Händen halten zu können. Fünf verdiente Sterne!


Lizzy (Cinderellas Tochter): Princess in love 1 - Ashley Gilmore



Lieben wir sie nicht alle, die klassischen Märchen um Dornröschen, Schneewittchen und Co.? Wer aber wusste, dass diese inzwischen heranwachsende Töchter haben, die auf der Suche nach ihren eigenen Prinzen sind? Nach ihrem Abschluss an der Crown School absolvieren die Prinzessinnen ein 6-monatiges Magical in der Realen Welt – Zauber und Liebe inklusive. Aber welche von ihnen will am Ende überhaupt noch zurück nach Fairyland? In diesem ersten Band der Princess-in-love-Reihe begleiten wir Lizzy, jüngste Tochter von Cinderella und Prince Charming, nach New York City. Wird Lizzy ihre Prüfung bestehen und wird sie ihren Prinzen vielleicht sogar inmitten von Wolkenkratzern statt von Märchenschlössern finden?


Das Cover zu diesem Kurzroman hat mir leider nicht so gut gefallen. Mir gefällt die Schriftart von "Lizzy" nicht, das sieht einfach zu krakelig aus. Und das Kleid geht in meinen Augen leider auch überhaupt nicht. Diese billigen, weißen Tülllagen vermitteln mir nicht den Eindruck, dass dieses Kleid märchenhaft sein soll. Der Hintergrund mit der Treppe ist mir zu unruhig, auch wenn es theoretisch eine gute Überleitung zum Original-Märchen Cinderella wäre, die auf einer Treppe ihren gläsernen Schuh verloren hat.


Das erste, was ich an diesem Buch bemerkte, waren die sehr verschachtelten Sätze. Besonders auf den ersten Seiten war das sehr auffällig. Ich habe mich aber recht schnell in den Schreibstil hereingefunden und später dann nicht mehr darauf geachtet.

Die Geschichte handelt von Lizzy. Sie ist die Tochter von Cinderella und Prince Charming und darf bzw. muss sich nach ihrer Ausbildung als Prinzessin ein halbes Jahr in der realen Welt durchschlagen. Sie wird lediglich mit einem Beutel, den benötigten Papieren und etwas Geld irgendwohin teleportiert (in ihrem Fall fällt das Glückslos auf New York) und muss dann schauen wie sie zurecht kommt. Da die Prinzessinnen während ihrer Ausbildung nur mit sehr spärlichen Informationen über die reale Welt versorgt werden, gestaltet sich dieses Praktikum ein wenig wie ein Survival Camp.

Lizzy geht an die ungewohnte Situation mit naiver Selbstverständlichkeit heran. Sie musste sich nie Gedanken um Geld machen und das merkt man auch. Das Bündel Scheine ist schneller weg als die gute Fee einen Kürbis in eine Kutsche verwandeln kann. Und dann ist da auch noch der Kutscher und Comic Zeichner Peter, der edle Retter in der Not. Das alles war leider sehr vorhersehbar.

Diese Buchreihe ist etwas für Träumerinnen. Wenn man dem Alltag entfliehen und einfach ein wenig heile Welt lesen möchte, ist man hiermit perfekt beraten. Wer sich aber bei Märchen darüber aufregt, dass zum Beispiel der Prinz Aschenputtel nicht am Gesicht erkennt, sondern ihr erst einen Schuh überstreifen muss, der wird mit diesem Buch Probleme haben. 

Mir missfiel zum Beispiel das Bewerbungsgespräch. Es war zwar süß, aber viel zu unrealistisch. Einfache Fragen und sehr unglaubwürdig. So problemlos ist eine Stellensuche selbst im Märchen nicht. Nach dem Motto: "Ich stelle sie ein, bis morgen. Und wie heißen sie überhaupt?"
 Ich drücke gerade bei Disney und bei Märchen gerne mal ein Auge zu wenn es um unrealistische Begebenheiten und Fehler geht, aber hier müsste ich beide Augen zudrücken und eine Schlafbrille aufsetzen.

Insgesamt finde ich, dass die fünf goldenen Regeln für Prinzessinnen das Buch sehr gut charakterisieren:
"Kleide dich stets in fröhlichen Farben. Singe stets ein heiteres Lied. Spreche stets ein freundliches Wort. Lächle stets ein gütiges Lächeln. Erzähle stets ein romantisches Märchen."
Ein paar der Prinzessinnen der nächsten Bände werden schon kurz erwähnt. So ist zum Beispiel die Prinzessin Rosaly aus Band 2 die beste Freundin von Lizzy. Ich hoffe, dass sich in den nächsten Bänden nicht zu viel wiederholen wird, denn das würde schnell langweilig werden. Außerdem wünsche ich mir mehr Tiefgang und dass die Gefühle besser vermittelt werden.


Der erste Teil der Princess in love-Reihe hat mich zwar gut unterhalten, aber leider nicht überzeugt. Als Einstieg fand ich es okay, doch da ist noch viel Luft nach oben. Dennoch fand ich die Idee schön und vergebe zwei Sterne und werde den nächsten Band auf jeden Fall auch noch lesen.

Sonntag, 16. Juli 2017

Top 100 gratis im Kindle Shop - 16.07.2017



Gestern erst habe ich ein paar kostenlose Bücher entdeckt, und heute sind direkt noch welche dabei, die ich noch nicht kenne. Viel Spaß damit! 😏

Allgemeine Hinweise:

Bitte beachtet, dass Amazon momentan die Preise sehr sprunghaft anpasst. Was jetzt kostenlos ist kann in 5 Minuten schon wieder kostenpflichtig sein. Also werft bitte einen Blick auf den Preis um sicher zu gehen. ;) Gerne könnt ihr mir Bescheid geben, falls ein Buch wieder kostenpflichtig ist. Dann nehme ich es aus der Liste raus.    

Samstag, 15. Juli 2017

Top 100 gratis im Kindle Shop - 15.07.2017



Mir ist gerade aufgefallen, dass ich diesen Monat noch überhaupt keine kostenlosen Bücher auf Amazon herausgesucht habe. Na dann aber hopp, hopp! 😉
Besonders viele Bücher sind es dieses Mal nicht geworden. Es gab fast nur Krimis, und das ist einfach nicht meine Sparte. Daher habe ich euch noch zwei Kurzgeschichten aufgeführt.
Viel Spaß beim Lesen! 😗

Allgemeine Hinweise:

Bitte beachtet, dass Amazon momentan die Preise sehr sprunghaft anpasst. Was jetzt kostenlos ist kann in 5 Minuten schon wieder kostenpflichtig sein. Also werft bitte einen Blick auf den Preis um sicher zu gehen. ;) Gerne könnt ihr mir Bescheid geben, falls ein Buch wieder kostenpflichtig ist. Dann nehme ich es aus der Liste raus.    

Dienstag, 11. Juli 2017

Das Leben fällt, wohin es will - Petra Hülsmann



Party, Spaß und Freiheit - das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das - Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet - zum Beispiel die Liebe ...


Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Die Blumen, die maritimen Symbole und die blau weißen Streifen ergeben ein abgerundetes Bild. Alles sieht sehr sommerlich aus und passt daher gerade perfekt zur Urlaubszeit.


Marie ist ein Partygirl durch und durch. Sie lebt in den Tag hinein und vermeidet ernsthafte Beziehungen und langfristige Verbindungen, egal ob privat oder beruflich. Nur ihre Partygesellen liebt sie heiß und innig und verbringt die Nächte mit ihnen im Hamburger Kneipenviertel.
Aus diesem Leben wird sie jedoch herausgerissen als ihr ihre alleinerziehende Schwester Christine eröffnet, dass sie Krebs hat. Um sie zu unterstützen zieht sie bei ihr ein, kümmert sich um die Kinder und muss auch noch gegen ihren Willen Christines Job in der Familienwerft übernehmen. Natürlich kann das nicht lange gutgehen und das Chaos ist vorprogrammiert.

Marie ist mir im Laufe des Buches richtig ans Herz gewachsen. Am Anfang des Buches charakterisiert sie dieser Textausschnitt sehr gut:
"Einfach so tun, als wäre alles okay, lautete die Devise. Darin war ich Weltmeisterin. Und wenn man nur lang genug so tat, als wäre alles in Ordnung, glaubte man manchmal sogar daran."
Aber auch die anderen Charaktere sind herzallerliebst konzipiert. Von den zwei chaotischen-niedlichen Kindern, über den grummeligen Vater, bis zum lebensweisen Taxifahrer. Eine ganze Reihe toller Individuen wurde von der Autorin geschaffen und im Hamburger Kessel zu einer hinreißenden Geschichte vermischt.

Ich habe dieses Buch gelesen in der Hoffnung, dass ich eine schöne Sommergeschichte erlebe. Dies habe ich mir gewünscht und auch so erhalten. Doch dieses Buch ist noch viel mehr. Die Krebsgeschichte von Christine hat mich berührt. Ich glaube, dass man die Situation der Personen besonders gut nachvollziehen kann, wenn man selber einen Krebsfall in der Familie hatte. Ich habe mir auf jeden Fall das ein oder andere Tränchen wegwischen müssen bei den Gefühlen, die die Geschichte in mir weckte.

Das Buch ist von Anfang an recht vorhersehbar für mich gewesen. Bei dem Klappentext hatte ich direkt so meine Vermutungen (ich verrate aber nicht welche). Normalerweise stört mich das, doch hier fand ich es in diesem Fall überhaupt nicht schlimm. Im späteren Verlauf wurden noch genügend Dinge aufdeckt, mit denen man zunächst nicht gerechnet hat.
Besonders die persönliche Entwicklung von Marie hat mir gut gefallen. Die Autorin lässt sich Zeit damit und gibt der Protagonistin den nötigen Spielraum um sich langsam zu entfalten und zu sich selbst zu finden.

In der Geschichte geht es aber nicht nur um Familie, Liebe und Leid. Auch die Arbeit in der Werft kommt nicht zu kurz. Die Details darüber erschienen mir glaubwürdig und ich fand sehr interessant. Bei den Gesprächen zwischen Marie und Daniel musste ich so oft lächeln. Pure Situationskomik ohne übertrieben zu sein. Sehr schön gelöst!

Der Schreibstil im Allgemeinen ist sehr angenehm. Die Seiten flogen nur so vorbei und ich war hinterher total erstaunt, dass das Buch über 500 Seiten hat. Das ist mir beim Lesen nicht so vorgekommen. Ich habe das letzte Viertel des Buches an einem Abend komplett gelesen. Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, und musste wissen wie es ausgeht.


Sehr gut hat mir auch gefallen, dass der Titel des Buches gegen Ende des Romans immer wieder mal ganz natürlich in den Text mit einfloss. Dies wurde jedoch nicht nur mit dem Titel des Buches so gehandhabt, sondern auch mit den Überschriften der einzelnen Kapitel. Es hat mich jedes Mal zum Grinsen gebracht. Und die Überschriften der Kapitel sind herrlich! Hamburger Platt vom Feinsten. Besonders süß fand ich auch noch, dass die Gespräche in Platt am Ende auch noch ins Hochdeutsche übersetzt wurden. Für mich hätte das nicht sein müssen (mit Rheinischem und Eifler Platt als Hintergrund konnte ich es gut verstehen), aber für andere ist es sicher hilfreich.


Dieses Buch habe ich mit wohlverdienten 5 Sternen bewertet. Es hat mir von vorne bis hinten gut gefallen und ich habe nichts daran auszusetzen. Ich werde es in Zukunft bestimmt noch mehrfach lesen.

Sonntag, 9. Juli 2017

Drachenmond Verlag Sommerfest - Bericht

Gestern war es soweit! Das Sommerfest des Drachenmond Verlages bei Leverkusen lockte bei bestem Wetter die Leseratten aus nah und fern zusammen. Und ich war dabei, trotz meiner extremen Schüchternheit. 😊 Da es mir so gut gefallen hat, wollte ich euch darüber näher berichten:

Das Sommerfest begann offiziell um 12:00 Uhr. Da ich mit einem Ansturm um 15 - 16 Uhr gerechnet habe, wollte ich ziemlich zeitig da sein. Das gelang uns auch, obwohl wir zuerst zur falschen Adresse gefahren sind (typischer Sonja-Fail). Aber immerhin durften wir dort schon einmal das Drachenmond Logo auf dem Briefkastenschlitz bewundern. 😍

Wir sind dann also weitergefahren um die Ecke zur richtigen Location. Und da hat mich schon fast der Schlag getroffen, wieviele Besucher schon anwesend waren. Einfach der Hammer! Mit so viel Andrang um diese Zeit hätte ich nicht gerechnet.

Ich habe mir dann vor Ort erst einmal einen Überblick verschafft und bin dann kopfüber ins Getümmel eingetaucht. Im Geschäft selber, muss ich zu meiner Schande gestehen, konnte man es fast nicht aushalten. Ich habe 1,5 Stunden angestanden um meine vier Bücher zu finden und zu bezahlen. Den Helferlein muss ich hier auch meinen größten Respekt aussprechen. Ich wäre vermutlich umgekippt. Mir lief der Schweiß die Beine hinunter und ich habe mich richtig dafür geschämt. Auch sind alle Fotos, dich ich im Laden gemacht habe, recht verschwommen geworden. Vermutlich war die Luftfeuchtigkeit da drinnen einfach zu hoch. Mein Mann ist jedenfalls nur bis zur Tür gekommen und hat dann kehrt gemacht. Ich glaube im Sommer wird er mich nicht noch einmal fahren. 😅
Dennoch war die Stimmung der Leute in der Schlange total nett, niemand war genervt oder hat gestänkert. Dafür ein großes Lob! Da treffen sich halt nur nette Leute. 😉 So hat es doch Spaß gemacht und man hat das ein oder andere Wort gewechselt.

Draußen hatte sich Astrid und ihr Team auch wirklich Mühe gegeben. Pavillons, Bierzeltgarnituren, Stehtische, perfekte Verpflegung (es wurde andauernd alles nachgelegt und nachgeliefert, bei den Temperaturen musste man aber auch wirklich viel trinken).
Natürlich habe ich auch einen der berühmt-berüchtigten Drachenkekse probiert. Und die Gerüchte stimmen: sie sind köstlich!


Als erste Autorin habe ich mich an Ana Woods herangetraut. Ich habe ihren Roman "Fallen Queen"
gekauft. Bei ihr war eine kleine Schlange, aber wir standen alle ganz brav an. Sie hat sich sogar Zeit für einen längeren Spruch genommen und ein Foto mit mir gemacht. Das hat mich sehr gefreut.


Da Ava Reed fleißig im Geschäft kassierte, habe ich mich an die (mittlerweile stark geschrumpfte) Schlange noch einmal angestellt und habe meine beiden neuen Bücher von ihr signieren lassen. Und auch sie habe ich nach einem Foto gefragt und es bekommen. Vielen Dank dafür! *glücklich bin* 


Leider war die Autorin Julianna Grohe in den drei Stunden, die ich auf dem Fest verbracht habe, noch nicht da. Ich habe mir ihr wunderschönes Buch trotzdem gekauft und werde es ihr dann bei sich bietender Gelegenheit unter die Nase halten zum signieren. 😏 Das wird sicher nicht das letzte Fest des Drachenmond Verlags sein, das ich besuchen werde. Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich zu schüchtern war um andere Besucher anzusprechen.

Als Einzelperson (mein Mann zählt nicht, der liest nicht und hat nur den Taxifahrer gespielt 😊) war
es für mich sehr schwer Anschluss zu finden. Für mich sah es so aus, als ob sich alle Leute kennen und niemand allein da war. Vielleicht wäre es eine Idee für Allein-Reisende eine Art Treffpunkt zu machen oder so? Dann kommt man schneller ins Gespräch.

Fazit: Autoren zum Anfassen. Toller Verlag, tolles Fest. Wenn ich jemanden gekannt hätte, wäre ich sicher noch länger geblieben.

Meine Schätze:




Mittwoch, 5. Juli 2017

Rabenflug - Anja Hansen



»Hallo. Mein Name ist Liara und ich bin tot.«
»Hallo Liara«, schallt es mir vielstimmig entgegen.

Ich dachte immer das Leben nach dem Tod wäre einfacher, aber weit gefehlt. Nicht nur, dass ich immer noch meinem Schwarm nach renne, wortwörtlich, mich verfolgt auch ein zotteliges Federvieh. Von unserer durchgeknallten Selbsthilfegruppe und dem gruseligen Typen, der mir plötzlich auflauert, will ich gar nicht erst anfangen.

Eine romantische Fantasygeschichte, bei der weder der schwarze Humor, noch ernste Themen zu kurz kommen.

Das Cover ist düster und kühl gehalten. Schwarz- und Blautöne dominieren das Cover und besonders der Engel vermittelt direkt eine gewissen Grabesstille. Der Mond im Hintergrund und der Rabe im Vordergrund erwecken einen mystischen Eindruck. Nur das kleine "A" über dem g von Rabenflug stört mich etwas. Ich vermute, dass es das Zeichen des Illustrators ist.


Liara ist tot. Und trotzdem wandelt sie noch auf der Erde und hat einen Raben namens Thanatos als Begleiter. Jeden Tag besucht sie ihren Schwarm Tomas und begleitet ihn auf dem Weg zur Schule. Danach verbringt sie ihre Zeit damit unsichtbar auf der Welt zu wandeln und einmal wöchentlich zu einer Selbsthilfegruppe für Tote zu gehen.

Der Klappentext hat mich sofort überzeugt! Ich wusste, dass ich dieses Buch lesen muss. Der Beginn der Geschichte hat mich total an "Drop Dead Diva" oder "Dead like me" erinnert. In diesen beiden Serien wird mit viel schwarzem Humor das Thema Leben nach dem Tod behandelt und verarbeitet. In Ansätzen wird das auch in dieser Geschichte getan.

Mit etwas um die 55 Seiten ist dieses Buch für mich ein Kurzroman. Die Seiten flogen nur so dahin und ich hatte das Buch schon nach etwa einer Stunde durchgelesen. Trotz dieser Kürze ist die Geschichte rund und stimmig und lässt keine wichtigen Fragen offen. Ich kann mir zwar vorstellen, dass man die Geschichte noch wesentlich ausführlicher und länger schreiben könnte, aber so wie sie ist, ist sie gut.

Das Buch macht nachdenklich. Es führt dem Leser ganz selbstverständlich die Endlichkeit des Lebens vor Augen ohne große Traurigkeit zu wecken. Es ist eher wie der Umgang mit einer unabwendbaren Tatsache. Wir alle sterben mal und fragen uns, was danach auf uns wartet.

Sofort habe ich mir überlegt was ich alles tun würde, wenn ich unsichtbar wäre und ich alles tun könnte was ich will. Ich würde an Bord von unterschiedlichen Flugzeugen gehen und die Welt erkunden! Einfach abheben, andere Länder sehen und so viel erleben wie möglich. 

Es gab nur zwei Kleinigkeiten, die mich etwas beim Lesen gestört haben. Erstens hätte für mich der schwarze Humor noch ausgeprägter sein können (da bin ich ziemlich schmerzfrei). Und zweitens scheint die Protagonist Liara eine extrem lange Leitung zu haben. Es ist mir mehrfach passiert, dass ich Geschehnisse im Buch als Fehler ankreiden wollte, da sie den zuvor geschilderten Gegebenheiten widersprechen oder logisch nicht möglich wären (zum Beispiel können Geister nicht mit Dingen interagieren, aber sie sitzen auf Stühlen). Erst eine Weile später fällt der Protagonistin dann auf, was sie gerade getan hat. Da diese vermeintlichen Fehler jedoch so gewollt sind, ist das auch nur ein winziger Kritikpunkt.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Ich war sofort mitten im Geschehen und konnte eintauchen und gut abschalten.
 

Eine schöne Geschichte für Zwischendurch. Ich kann sie jedem, der auf schwarzen Humor steht, empfehlen. Kurzweilig und unterhaltsam. Ich werde mir jetzt nach dieser Lektüre sicher noch die anderen Geschichten der Autorin anschauen.