Donnerstag, 28. Januar 2016

Sinabell. Zeit der Magie - Jennifer Alice Jager



Es ist nicht leicht, eine von fünf Königstöchtern zu sein und kurz vor der Heiratssaison zu stehen. Statt nach Ehemännern Ausschau zu halten, streift Sinabell lieber durch die verwinkelten Gänge des Familienschlosses und verliert sich in den magischen Welten ihrer Bücher. Bis sie auf einem Ball dem jungen Prinzen Farin begegnet, der mit seinem zerzausten Haar und den Grübchen ihr Herz erobert. Doch ihr Vater entlarvt ihn als Prinz aus einem verfeindeten Königreich und wirft ihn ins Verlies. Um Farin vor dem sicheren Tod zu bewahren, muss Sinabell ihm helfen drei Aufgaben zu lösen und erkennt dabei, dass Magie nicht nur in Büchern existiert. Plötzlich findet sie sich in einer Welt aus wütenden Drachen, hinterlistigen Feen und sagenumwobenen Einhörnern wieder…


Am Anfang wusste ich nicht genau, wie ich das Cover finden sollte. Es erschien mir so düster und schon fast unheimlich. Es ist zwar schön gestaltet, allerdings stört mich etwas an der jungen Frau. Sie ist so nah am Boden, dass sie eigentlich knien müsste. Aber der unter Teil des Kleides sieht allein betrachtet so aus, als laufe sie. Das bringt mich durcheinander und vermittelt mir einen merkwürdigen Eindruck. 
Das Kleid an sich finde ich auch nicht schön. Es wirkt nicht wirklich geeignet für eine Prinzessin und die oberen Lagen des Stoffes sehen schon fast aus wie ein Fischernetz, so grob sind die Strukturen. 
Der Schriftzug des Titels und der Wald im Hintergrund sowie das farblich abgestimmte im.press Logo passen gut zueinander. Hier wird der Zauber des Buches ein wenig angedeutet. Insgesamt jedoch gefällt mir das Cover leider nicht so gut. Beim kurzen Drüberschauen ist es ansprechend. Doch bei genauerer Betrachtung fallen mir die oben erwähnten Punkte auf. Schade!


Schon das Vorwort hat mich verzaubert und zum Lächeln gebracht. Es hat meine Erwartungen sehr hoch angesetzt!

Sinabell als Charakter ist mir sehr sympathisch gewesen, allein schon weil sie ein Bücherwurm ist. ;) Ihre Schwestern und die anderen Personen werden so beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte.

Die Geschichte liest sich wie ein richtiges, altes Märchen. Es hat mich sofort an die Gebrüder Grimm erinnert. Aufgrund es teilweise altertümlichen Wortschatzes bin ich immer wieder über Wörter gestolpert, die ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gehört oder gelesen habe.

Inhaltlich ist die geschaffene Welt sehr magisch. Aber nicht zauberhaft wie bei Harry Potter, und auch nicht Feenstaub-mäßig wie bei Disney. Man merkt, dass Magie ein Teil der Welt ist in der Sinabell lebt. Sie gehört einfach hinein und fügt sich nahtlos in das Bild mit ein.

So gibt es dann auch ein Einhorn, das eine große Rolle in der Geschichte spielt. Die Sprache und die Formulierungen des Einhorns fand in anfangs schön, wurden aber im Laufe der Zeit etwas nervig. Es wirkte irgendwie gestellt und gekünstelt. Das war für mich aber auch schon der einzige richtige Kritikpunkt. Bei 70% des Buches zog sich die Geschichte etwas, nahm dann aber wieder Fahrt auf zum Finale hin.

Generell ist diese Geschichte stellenweise brutal, sodass sie nicht für ein jüngeres Publikum geeignet ist, meiner Meinung nach. Wenn man natürlich davon ausgeht, dass gerade Märchen immer sehr brutal sind (zum Beispiel dem Wolf den Bauch aufschneiden, mit Steinen füllen und dann im Brunnen versenken, etc.), dann finde ich das gar nicht so verkehrt.


"Sinabell" ist ein Märchen, wie ich sie noch aus meiner Kindheit kenne. Es ist ein ganz außergewöhnliches Konzept und ich habe seit Jahren nichts Vergleichbares gelesen.

Es hat mich an viele alte Geschichten erinnert und ich kann mir vorstellen, dass eine gekürzte Version sich wirklich gut als "klassisches" Märchen vermarkten lassen würde. Wer weiß, vielleicht wird diese Geschichte sogar verfilmt? Das Potential hat sie dazu. Ich bin immer noch begeistert und gebe 4 Sterne!


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