Mittwoch, 20. Januar 2016

Plötzlich reich: Eine Weihnachtsgeschichte - Bernice Zieba



Eine unkonventionelle Familie wohnt abgeschieden auf dem Land, außerhalb einer kleinen Ortschaft in der Schweiz. Sie gehören zu den sozial Schwächsten in einem der reichsten Ländern der Welt. Auf ihren Schultern lastet eine Schuld, die sie ohne Job und Vermögen nicht zurückbezahlen können.

Außerdem ist Lisa nach siebzehn Jahren unerwartet schwanger! Sie verbringt ihre meiste Zeit auf der Couch und schreibt einen Roman.

Ihr Mann und ihre Teenager-Zwillinge hoffen, dass Lisas Roman auf Amazon zum Bestseller wird. Eine verrückte Idee, findet Lisa, kommt noch hinzu, dass ihre Schwiegermutter aus England für drei Wochen angereist kommt. Ihre ungestörte Weihnachtszeit steht auf dem Spiel! Doch wird es der Familie gelingen, ihr Ziel zu erreichen?

Lesen Sie die außergewöhnliche Geschichte dieser Familie, die in kritischen Zeiten zusammenhält, hofft und bangt und an der das Glück nicht spurlos vorübergeht!

Eine unterhaltsame Erzählung, mit Humor gewürzt, die auch zum Nachdenken anregt.


Das Cover finde ich okay, jedoch ausbaufähig. Es sieht verspielt aus und durch den stilisierten Weihnachtsbaum ist der Roman direkt als Weihnachtsgeschichte zu erkennen. Die Schriftart des Wortes "REICH" gefällt mir persönlich zwar nicht so gut, aber das ist Geschmackssache. Insgesamt sind es mir einfach zu viele verschiedene Schriftarten und der blaue Hintergrund sieht unten so dreckig aus. 


Ich stolperte direkt am Anfang über das Schweizerdeutsch. Zuerst dachte ich, dass es sich um grammatikalische Fehler handeln würde. Doch tatsächlich zog sich dieser Schreibstil durch den gesamten Text. Das hat mir das Lesen sehr erschwert. Für mich fühlte er sich merkwürdig und unrund an. Bei jedem zweiten Satz rollten sich mir die Zehennägel auf und ich ertappte mich dabei, wie ich den Text in Gedanken in Hochdeutsch umdichtete um ihn flüssiger lesen zu können. Das beeinträchtigte meinen Lesespaß natürlich sehr.

Inhaltlich versucht die Autorin Informationen in die Gespräche einfließen zu lassen, anstatt zum Beispiel einen allwissenden Erzähler zu nutzen. Daher wirken diese Gespräche sehr gestellt und merkwürdig, wie ein Herunterrattern von Fakten.

Die Personen in der Geschichte sind für mich flach, ohne Tiefgang. Ich konnte mich mit keiner identifizieren oder mitfiebern. Ich war höchstens ab und an genervt, aber ansonsten emotionslos.

Dazu kommen andauernde und unnötige Wiederholungen. Ich frage mich, ob die Autorin ihr Werk einmal komplett am Stück gelesen hat? Dann wäre ihr das sicher aufgefallen. Oder wurde hier bewusst die Seitenanzahl in die Höhe getrieben?

Natürlich geht es in dem Buch um eine Familie in Geldnöten. Aber für meinen Geschmack wird darauf zu viel und zu oft herumgeritten. Andauernd nimmt die Protagonistin die gleichen Phrasen um ihre Not zu beschreiben und was sie sich alles nicht leisten können. Wie oft soll noch auf den Fruchtjoghurt hingewiesen werden? Und dass Brot selber zu backen angeblich günstiger wäre (also in Deutschland ist das nicht so bei den hohen Preisen für die einzelnen Zutaten!).

Die Zeiteinteilung der Familie und der Plan an Geld zu kommen sind in meinen Augen auch total weltfremd. Sie haben noch so und so lange Zeit, jeder hat eine Aufgabe, und dann machen sie doch alles auf den letzten Drücker. Und was wäre der Alternativplan gewesen? Unter der Brücke leben?

Alles was den Plan und die Umsetzung des Romans angeht liest sich wie ein Leitfaden zum Veröffentlichen von E-Books auf amazon. Schleichwerbung lässt grüßen. Und auf der anderen Seite heißt es der "schwedische Produzent". Wieso also nicht auch direkt IKEA?

Das Ende war für mich vorhersehbar und nicht überraschend. Insgesamt war ich jedoch eher enttäuscht und froh darüber, dass es ein Kurzroman mit nur 88 Seiten war. 


Ich habe mich mit diesem Kurzroman leider sehr schwer getan. Er hatte für mich auch nichts Weihnachtliches, außer dass das Ende des Romans zufällig in den Zeitraum von Weihnachten fällt. Sicherlich ist mein größtes, persönliches Problem die Sprache dieser Geschichte gewesen. Dadurch wurde ich einfach nicht warm mit ihr. Aber auch inhaltlich hapert es für. Ich fand die Idee hinter dem Buch ganz nett, die Umsetzung passte aber einfach nicht. Daher gebe ich leider schweren Herzens nur einen Stern. Schade!

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Klappentext und Bild von www.amazon.de

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