Montag, 3. August 2015

Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover







Nach dem Unfalltod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück - drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…






Das Gesamt-Design aller drei Bände zusammen gefällt mir gut. Beim ersten Band finden sich sowohl die Namen Layken, als auch Will wieder. Der Farbklecks zieht sich durch alle Cover und verbindet sie. Zunächst einfarbig und beim letzten Band zweifarbig. Das gefällt mir gut.






Im Gegensatz zur Gestaltung hat mir der Inhalt leider nicht so gut gefallen. Die Charaktere sind von Anfang an flach gezeichnet. Ich hatte Probleme in die Geschichte hineinzukommen. Die Umgebung wird kaum beschrieben und dadurch fehlte mir der Rahmen der Handlung um mir alles gut vorstellen zu können. Als würden Schauspieler vor einem Greenscreen spielen. 

Die Handlung entwickelte sich für meinen Geschmack zu schnell, der Alltag wird kaum beschrieben. Hier hätte sich die Autorin mehr Zeit lassen können. Der Vater ist erst kurz tot und doch kommt die Trauer nicht richtig rüber, es herrscht ziemliche Normalität und es gibt kaum Anzeichen für den Verlust zu Beginn des Buches. Gerade da ist es noch frischer und hätte mehr thematisiert werden müssen.

Als Layken und Will ihr Problem realisieren, wird es endlich etwas interessanter. Auch wenn es mich stark an "Pretty Little Liars" und das Paar Aria und Ezra erinnert. Viel Drama und trotziges Türen-Geknalle. Etwas nervig. Mit 18 Jahren sollte Layken ein kleines bisschen reifer sein.

Und was ist bitte mit Eddie, der spontan neuen besten Freundin von Layken los? Niemand ist so nett von jetzt auf gleich. Wirklich nicht! Leider total unrealistisch. Hier wurde Zeit gespart und mal schnell eine gute Fee an ihre Seite geschustert ohne viel Arbeit. 

Zu Will: er muss sich um seinen kleinen Bruder kümmern und lässt trotzdem einfach mal so die Lichtmaschine ihres Jeeps reparieren? Weiß die Autorin wie teuer so etwas ist? Das ginge eigentlich in seiner finanziellen Situation nicht so einfach. Es wäre realistischer wenn er sie zum Beispiel zu einem günstigen Mechaniker verwiesen hätte oder etwas in der Art.

Nach ich glaube 60% des Buches kam endlich der zweite Teil und ich hoffte nach dem Ende von Teil 1 auf eine Besserung. Es wurde zwar etwas tiefgründiger, aber trotzdem immer noch seicht. 

Allgemein fand ich es zwar interessant dass jedes Kapitel mit einem kurzen Songtext der "The Avett Brothers" begann, doch die andauernden Gedichte und Lyrik kamen mir so möchte-gern-kreativ vor. Hätte sich die Autorin mehr auf die Handlung als auf die Gedichte konzentriert hätte es mir sicher besser gefallen. 

Eine Kleinigkeit fand ich jedoch positiv: die Ratschläge der Mutter waren gut und liebevoll. Ihre Antworten und manche Diskussionen mit Lake waren manchmal wie aus dem Leben gegriffen, sodass ich Lächeln musste. Die Aussprache und das spätere Geschehen hat mich zu Tränen gerührt. Das gibt einen Stern mehr, ansonsten wären es nur 1-2 gewesen. So sind es 2-3 und ich runde großzügig auf.






Leider hat mich dieses Buch nicht überzeugt. Es hat viel oberflächliches Geplänkel und dafür sollen die Gedichte Tiefgang erzeugen. Die Charaktere sind zu einfach gestrickt. Ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht. Ein klassisches Ende, wie erwartet, und keine größeren Überraschungen. 

Ich musste mich mehrere Tage hindurch quälen und wirklich zwingen es zu Ende zu lesen. Zum Glück ist das Buch abgeschlossen und endet nicht mit einem Cliffhanger. So kann ich beruhigt auf die beiden folgenden Bände verzichten. Dieses Hype-Buch trifft nicht meinen Geschmack, muss es aber auch nicht. 


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