Samstag, 1. August 2015

Abendsonne Die Wiedererwählte der Jahreszeiten - Jennifer Wolf






Niemals hätte sich Dahlia träumen lassen, dass sie einst zu den Auserwählten der Jahreszeiten gehören könnte. Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört sie nicht in die Nähe von Göttern, sondern aufs Feld, wo sie von klein auf Lavendelblüten pflückt und ihre Familie unterstützt. Aber die Anweisung der Göttin Gaia hätte klarer nicht sein können: Dieses Mal soll ein Mädchen aus Hemera zu ihren vier Söhnen geschickt werden und sich ein Jahrhundert lang an einen von ihnen binden. Sollte Daliah die Auserwählte werden, für wen würde sie sich entscheiden? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter?






Das Cover ist in kühlen Farben gehalten und sieht winterlich aus. Der Lavendel passt zum Inhalt des Buches und wird dort immer wieder erwähnt. Nur der lange Zopf ist etwas irreführend, da Dahlia nur zu Beginn des Buches lange Haare hat und diese dann abgeschnitten werden. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Mir hätten kurze Haare einfach besser gefallen. ;)
Das gesamte Design passt sehr gut zum ersten Band und ich hoffe, dass es auch hiervon einen Print geben wird. Den werde ich mir auf jeden Fall holen!






Die Protagonistin dieses Romans namens Dahlia ist vom Charakter her ganz anders als Maya aus Band 1. Sie ist eine kleine Rebellin, überhaupt nicht unterwürfig und schicksalsergeben. Sie lässt sich nicht unterkriegen und will sich gegen das ihr auferlegte Schicksal wehren.
Auch hat sie kein perfektes Aussehen, da sie bereits recht früh in der Handlung zwei große Narben im Gesicht und am Hals davon trägt. Das macht sie für mich interessanter, da jeder Mensch Dinge an sich hat die er nicht mag und niemand perfekt ist. So sollten auch gute "Helden" sein meiner Meinung nach.
Dass Dahlia ein Mädchen des Volkes ist erkennt man auch daran, wie sie mit den Göttern umgeht. Bei ihrem ersten Treffen mit dem Herbst ist sie sehr forsch. Das hätte eine Hüterin nie gewagt!
Dafür, dass sie in ihm ihren Mann aus den Träumen wiedererkennt über den sie monatelang nachgedacht hat, beschäftigt sie sich nach dem Treffen viel mit dem Haus und der Ausstattung. Das hätte ich vielleicht andersherum geplant. Erst die Führung durch das Haus und dann das Treffen mit den Jahreszeiten. Aber das ist nur mein Geschmack. ;)
Insgesamt ist sie zerrissen zwischen ihren beiden Seelen, der Vergangenheit und der Gegenwart.

Zu den anderen Personen:
Was sicher interessant wird in den nächsten Bänden ist, dass selbst die Mutter Göttin eine Mutter im Ether hat. Mal sehen ob wir von der Oma Göttin mehr erfahren werden.
Meine heimlichen Lieblinge in diesem Buch waren Isebill und Werther. Sie waren so herrlich erfrischend und realistisch. Wie aus dem Leben gegriffen und ins Buch gepackt. Ein typisches, "altes" Ehepaar. Wegen ihnen musste ich mehrfach herzlich lachen, besonders wenn ihre Stimme durch die Küche "schrillte". Ich konnte mir das super bildlich vorstellen. Herrlich!
Die Götter sind ansonsten schon wie im ersten Band. Sie haben sich jedoch noch weiterentwickelt. Mehr schreibe ich aber nicht, sonst spoilere ich womöglich über Band 1. ;)

Zwischendrin hatte ich Zweifel ob dieser Band nach Schema F abläuft wie der erste, doch die Autorin hat mich mit einer komplett anderen Handlung überrascht. Sehr gelungen. Ansonsten wäre es auch langweilig geworden denke ich. Überraschende Wendungen ließen das Geschehen in eine ganz andere Richtung laufen.






Ich finde dieses Buch sogar besser als Band 1. Es ist meiner Meinung nach schöner und emotionaler als der Erste. Gefühlsmäßig hat es mich mehr mitgenommen und die Personen sind realistischer. Ein bisschen weniger Disney-Zauber da die Tierwesen nur am Rand erwähnt werden, aber das ist absolut okay. Von mir erhaltet ihr auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung. Top!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen